Was uns bleibt ist jetzt

Roman imagevon Meg Wolitzer

378 Seiten
erschienen im September 2015                          Preis: 17,99€
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-5701-6294-1

 

Rezension von Sabrina K

Meg Wolitzer nimmt uns in ihrem Roman „Was uns bleibt ist jetzt“ mit auf die Reise in das Seelenleben von Jam, die es selbst nicht schafft, den Tod ihres Freundes zu verarbeiten. Nach einem Jahr der Depressionen schreiben sie die Eltern für einen Aufenthalt in dem Eliteinternat „Wooden Barn“ ein. Ihr neues Heim ist spezialisiert auf die Vorbereitung von Jugendlichen mit psychischen Störungen für die Berufswelt. Jenes bezieht sie erst nur unfreiwillig und fühlt sich fehl am Platz. Die Einrichtung behandelt nach ihrem Leitbild Patienten nur ohne Medikamente, weshalb ihre essgestörte Zimmernachbarin DJ vorerst die einzige Stütze im tristen Schulalltag scheint.

Mit Anfang des Literaturkurses bei der undurchsichtigen Mrs. Quenell, in dem die Schüler sich mit einem Roman von Sylvia Plath beschäftigen sollen, beginnt für den Leser eine Reise, die tiefen Einblick in die jugendliche Psyche der Protagonistin, sowie der anderen Kursteilnehmer, gibt.

Im selben Kurs, in dem sich mit einem Roman der verstorbenen Suizidtäterin beschäftigt wird, sollen die Schüler/innen eine Art „Tagebuch“ führen, in welchem sie jeden Tag ihre Gedanken oder Gefühle notieren. Das nächste halbe Jahr müssen die Schüler ihre Gedanken rund um das Ereignis, das zu ihrer psychischen Störung geführt hat, aufschreiben. Die ruhige Klasse erkennt schnell, dass mehr hinter den Notizen steckt als zuerst angenommen. Die Einträge beginnen mit der Realität zu verschwimmen und die Schüler finden sich nacheinander in Tagträumen wieder, die sie ihre Zeit bis zu dem einschneidenden Lebensereignis wiedererleben lässt. Die Schüler verlieren sich in den Träumen und Jam versucht regelrecht in die Illusion zu fliehen. Wöchentliche Gruppensitzungen, die die Schüler in Selbstorganisation veranstalten, helfen den angeschlagenen Jugendlichen den Bezug zur Realität nicht komplett zu kappen. Die Aufarbeitung im gemeinsamen Gespräch macht es den Teenagern leichter ihre Störungen gezielt zu verarbeiten.

Das unerwartete Ende lässt garantiert keinen jugendlichen Leser kalt und bringt Erwachsene ebenfalls zum Mitfiebern bis zur letzten Seite. Mich persönlich konnte das Buch emotional sehr stark miteinbeziehen. Besonders reizvoll fand ich das Ende, welches mich anregte, in Zukunft zu versuchen, mich mehr in die gestörten Gedankengänge einer Jugendlichen einzufühlen.

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